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„Ah, ich verſtehe,“ ſagte Napoleon,„Sie finden einen mageren Boden für ihre Saat— der Magyar iſt vorſichtig und will ſeinen Säbel nicht ſo raſch in unſere Scheide ſtecken.“
„So iſt es,“ entgegnete Fouché.
Der Kaiſer ſprang jetzt auf; der Gedanke an die verlorene Sache im Canal, den er während der Unter⸗ redung mit dem Ungar auf kurze Zeit beſeitigt zu haben ſchien, ſchien ihn wieder in ſeiner ganzen Größe zu er⸗ füllen, eine breite Falte trat auf ſeiner Stirn hervor.
„Der Erfolg unſerer Waffen in Deutſchland, wird unſeren Einfluß im Magyarenland beſtimmen,“ ſagte er kurz.
„In Deutſchland?“ fragte der Polizeiminiſter verwundert,„haben Eure Majeſtät einen Feldzug in Deutſchland vor.“
„Genug!“ ſiel Buonaparte ſich mit einer raſchen Bewegung zu dem Ungar wendend ein;„reiſen Sie in ihr Vaterland zurück und berichten Sie Ihren Sendern: daß Kaiſer Napoleon der Erſte Ihre Nation achtet, und ihr früher oder ſpäter auf der Burg zu Buda einen Be⸗ ſuch zu machen gedenkt.“
Dann winkte der Kaiſer, und der ungariſche Send⸗ ling ward entlaſſen.
Jetzt wandte ſich Napoleon zu Fouché.


