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rung, deren Ausgangspunkt Sie, wie mir Fouché ſagt, zum Anknüpfungspunkt neuer Beziehungen zwiſchen Un⸗ garn und Frankreich machen wollen, keinen ſo kläglichen Ausgang genommen, ſie wäre vielmehr vom Schnee⸗ ballen bis zur Lawine erwachſen. aber treten Sie näher und berichten Sie, was war's eigentlich mit die⸗ ſer Jakobiner⸗Verſchwörung? wer war ihr Haupt?— ohne Zweifel ein tüchtiger Soldat und Kriegsmann oder ein ehrgeiziger Abkömmling der alten Ungarherzoge? wie mißglückte ſie?“
Der Dictator Frankreichs ließ ſich hier gemächlich auf dem blauſammtenen, mit einem ſilbernen Lapidar⸗N durchwirkten, Fauteuil nieder, um in kurzer gemächlicher Ruhe den Bericht des Ungarn zu hören.
„Das Haupt der Jakobiner⸗Verſchwörung war kein Soldat und kein ehrgeiziger Abkömmling der ungariſchen Herzoge,“ entgegnete der Partheigänger Bacſäny,„er war ein— Prieſter!—“
„Wie?“ rief Buonaparte aufſpringend,„ein Prieſter?“
„So iſt es,“ entgegnete der Ungar,„Ignaz Mar⸗ tinovicz, der infulirte Abt von Szazvar, ein Raize von Geburt— war es. Er war in ſeiner Jugend Franzis⸗ kaner geweſen, hatte den Orden verlaſſen, und war Weltprieſter geworden. Ein Mann von Gelehr⸗


