204
chen; er ſchien ſich plötzlich zu erinnern, daß er in der Spanne Zeit, die ihm vor der Ausführung ſeines Rie⸗ ſenplanes noch gegönnt war, noch manches ernſte Ge⸗ ſchäft abmachen ſolle. Er faßte raſch eine ſilberne Glocke auf dem Marmortiſche vor ſeinem Lager und klingelte; der wachthabende Garde⸗Adjutant Savari trat hererein, „Die drei Deputationen!“ herrſchte Napoleon dem Ad⸗ jutanten zu; dieſer des kurzen Commandowortes gewohnt, verbeugte ſich und ging.
Im nächſten Augenblicke wehten die Flügel der Saalthür auseinander und hereintrat ein bleicher hoch⸗ gewachſener Mann mit dunkeln Haaren und flammen⸗ dem Auge; es war General Cafarelli, einer der erſten Adjutanten des Kaiſers, neben ihm zwei ſtattliche Män⸗ ner im reichen Koſtüme der italieniſchen Nobili— es waren Abgeſandte des Mailänder Adels. Sie verbeug⸗ ten ſich und brachten dem franzöſiſchen Machthaber die Huldigung Ober⸗Italiens dar, welches in ihm ſeinen „lorbeerbekränzten Gebieter“ anerkannte.
Buonoparte ging den Abgeſandten Mailands einige Schritte entgegen.
„Ich danke Ihnen, meine Herren, für dieſe Mani⸗ feſtation der Geſinnungen Ihrer Nation,“ ſagte er;„ich wünſche, daß die ſolidariſche Gemeinſchaft zweier ſtamm⸗ verwandter Nationen, der Franzoſen und Italiener, fort⸗


