Teil eines Werkes 
2. Band (1857)
Entstehung
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gekehrt, ihr Auge flammte in Fieberglut, aber ihr Gemüth war ruhiger, ſie hatte abgeſchloſſen mit der Welt, und aus der Martha war eine Maria geworden.

Maria aber, die neuerblühte Roſe von Pernſtein, ſaß ſtill weinend zu den Füßen ihrer leidenden Schwe⸗ ſter und betete.

Jetzt ſchlummerte die Arme ein wenig ein, und Maria trat in das Vorzimmer, um duf einen Au⸗ genblick in dem Hausgarten friſche Luft zu ſchöpfen.

Jetzt erhob ſie ihr thränendes Auge, und vor ihr ſtand Johannes Proskowskh, der Pflegebruder im lobkowiciſchen Hauſe, Johannes, der Liebling ihrer Seele, denn ihre gleichgeſtimmten Seelen fan⸗ den ſich bald, obgleich noch nie ein Wort des Ein⸗ verſtändniſſes und der Liebe zwiſchen beiden gewech⸗ ſelt worden war.

Maria, das fromme, ſittenreine Kind, freute ſich, an Johannes, dem reinen Jüngling, jene Tugenden zu finden, die ſie beſaß. Dieſes Gefühl fand um⸗ ſomehr durch den Umſtand Nahrung, daß Johan⸗ nes im Hauſe der edlen Frau Polirena als Pflege⸗ ſohn und Kind des Hauſes betrachtet wurde und als Bruder Mariens galt, daher beide mit dem freundlichenDu ſich zu benennen gewohnt waren.