Fechtkunſt die ſtählernen Griffe ihrer Studenten⸗ Waffen in den Händen, und forderten Beſcheid: wer es gewagt habe, ein Spottlied aus den Fen⸗ ſtern zu ſenden.
Sogleich herrſchte in der Stube tiefe Stille— den Geiſt, der die jugendfriſche Burſchenſchaft beſeelte, kannte man zu gut; man wußte in allen Volksſchich⸗ ten, daß da einer für alle, und alle für einen ein⸗ ſtünden, und daß ein Ruf— ein Pfiff, eine Be⸗ wegung hinlänglich waren, alle vorausgeſchrittenen Stu⸗ denten zurückzurufen, die dann in dem ohnedieß übel berufenen„Teufelkeller“ ſicher alles obere nach unten gekehrt haben würden.
Erasmus, der Wirth, ſtand daher, ſein Käpplein in der Hand leichenblaß da— keiner der Gäſte ſprach ein Wort; nur die Soldaten griffen an ihre Degen⸗ gefäße— aber einer unter ihnen, jener Hochgewach⸗ ſene mit dem verwundeten Arme, der zuletzt in die Spelunke getreten war, trat jetzt der erſte vor, und ſchrie, indem ſein Auge aufblitzte, den Studenten ent⸗ gegen:„Sing und Sang hinter einer Mauer ſtehe jedem frei“— rief er,„und wer ſich damit getrof⸗ fen erachtet, möge die Pillen hinnehmen, wie ſie eben angeflogen kommen; in einer Zeit der Parteiung, wie die gegenwärtige, könne man die Sache nicht ſo 1857. IX. Der Jeſuit. I. 7


