Teil eines Werkes 
2. Theil (1821)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

148

hort, und ſie jetzt in Geſellſchaft ſeines Herrn, und

in ſo einfacher laͤndlicher Kleidung zu ſehen, war

ihm unbegreiflich.Nein, nein! gieb Dir keine

Muͤhe, ſagte der Fuͤrſt Palowski, Du wirſt michts von alle dem begreifen, und es iſt auch

micht nothig, daß Du etwas begreifſt, aber wohl

moͤthig, puͤnktlich Deine Schuldigkeit zu thun. Der

Herr Graf und ſeine Tochter wuͤnſchen ſich ihrem Stande gemaͤß zu kleiden, Du haſt Dich lange ge⸗ mug ausgeruht, jetzt eile, lauf, was Du kannſt. Bis zum Lever muß ein Schneider, eine Mode⸗ haͤndlerinn in meinem Vorzimmer ſeyn. Und daß mir dieſe Kuͤnſtler vom erſten Range ſind! Waͤhrend der langen Conferenz welche die Graͤfinn

mit ihnen haben wird, ſuchſt Du fuͤr den Grafen

einen flinken tuͤchtigen Bedienten, brav, wie Du, verſtanden! Du ſiehſt, daß ich das Hofleben noch nicht vergeſſen, und, wo es Noth thut, zu ſchmeicheln verſtehe. Aber verlaß Dich nicht zu viel darauf. 6

Die Graͤfinn bedarf einer Kammerfrau, welche ebenfalls die erforderlichen Eigenſchaften beſitzen muß. Nimm Dich in Acht, die Wahl iſt nicht

ganz leicht. Uebrigens befehle ich Dir, eine haͤß⸗

liche Kammerfrau auszuſuchen. Haͤßlich, Ew.

Durchlaucht?Haͤßlich! Ich kenne Dich, Du