Teil eines Werkes 
13. bis 15. Bändchen, Die heilige Ligue oder der Spion : 2. Band (1846) Der Spion
Entstehung
Einzelbild herunterladen

dachte nun nicht mehr daran, uns ihre Befürchtungen zu verbergen.

Da iſt er, da iſt er! rief ſie uns plötzlich von der Höhe des Thurmes herab zu. Er war es in der That; er war von Staub bedeckt und ſeine Kleider hingen in Fetzen von ihm herab. Er fühlte das größte Bedürfniß ſich aus⸗ zuruhen, aber er war kein gewöhnlicher Menſch; er ver⸗ gaß ſich ſelbſt, um unſere Ungeduld und Neugierde zu be⸗ friedigen.

Trotz dem Verbote des Königs zog Guiſe in Paris ein, und ſo groß war ſeine Verachtung gegen dieſen Fürſten, vaß er ſich nur von ſieben bis acht bewaffneten Männern begleiten ließ; ſo wie er erſchien, umringte ihn eine zahl⸗ loſe Menge und begrüßte ihn mit den ſchmeichelhafteſten Zurufungen. Man nannte ihn den Retter der katholiſchen Religion; Diejenigen, welche ſich ihm nähern konnten, küß⸗ ten ſeine Gewänder und den Harniſch ſeines Pferdes. Die Frauen, welche an den Fenſtern ſaßen, ſtreuten Blumen auf die Straßen, durch die er zog.

Der Marſchall von Biron ließ ſechstauſend Schweizer in Paris einrücken, und führte ſie in das Louvre; der Kö⸗ nig wagte es nicht mehr, die Bewachung ſeiner Perſon Franzoſen anzuvertrauen. Der Herzog von Guiſe verſam⸗

melte die Anhänger der Ligue und die Partei der Sechzehn um ſich; in weniger als ſechs Stunden hatte er hundert⸗ tauſend gut bewaffnete Leute unter ſeinem Befehle.

Die Märkte, die Plätze, die Thore, die Hauptſtraßen wurden nun durch Eiſenketten oder durch Barricaden