Sieben und vierzigſter Brief.
Apelles an Junia Marcella.
Nikomedien im Junius 305.
In drey Tagen, meine theuerſte Freundinn, wird unſere arme Theophania ſich mit ihren Waiſen auf den Weg zu Dir machen, und ich werde ſie beglei⸗ ten. Seit dem Tode ihres Mannes habe ich ſie we⸗ nig verlaſſen, und vielfach Gelegenheit gehabt, die geheime Kraft ihrer Seele, und ihre Ergebung in den Willen des Schöpfers und ihres Gemahls zu bewundern. Er hat ſie gebethen, zu leben; er hat gewünſcht, daß ſie ſich für ihre Kinder erhalte. Das war genug für ſie. Das Daſeyn iſt ihr unzweifel⸗ bar eine drückende Laſt; alle ihre Gedanken woh⸗ nen im Grabe, und dennoch hat ſie ſich aufgerafft, und ihre liebſten Neigungen bekämpft, und ihre Geſundheit gepflegt, wie wenn das Leben das wün⸗ ſchenswertheſte Gut für ſie wäre. Sie ſpricht oft


