Teil eines Werkes 
2. Theil (1828)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

12

und Körper aufrecht; erſt in Nikomedien, in der Stil⸗ le des gewöhnlichen Lebens, im väterlichen Hauſe, erlagen beyde, und ich ward im eigentlichen Sinne an beyden krank. Wie ich geneſen bin, und wozu? warum? weiß ich nicht. Aber ich kann wieder ſchla⸗ fen, ich kann Speiſe zu mir nehmen; und ſo kann und wird mein Daſeyn wohl noch lange währen. So zweckſos, ſo klein, ſo nichtsbedeutend, wie

dieß Daſeyn mir damahls erſchien, und noch jetzt zu⸗ weilen in ſeiner ganzen Schalheit unabſehlich vor mir liegt, hätte ich es vielleicht von mir geworfen, oder in der nächſten Schlacht verſchlendert; aber das ſollen, das dürfen wir nicht. Ein Strahl überir⸗ diſchen Lichtes ſenkt ſich in meine Racht, und das Le⸗ ben bekommt wieder Gehalt, obwohl nicht für met⸗ ne Poffnungen, und nicht für dieſe Welt.

Ein Pfad öffnet ſich mir, um zur Wahrheit zu gelangen. Es iſt des Forſchers Pflicht, darauf fort⸗ zuſchreiten, und wenigſtens zu ſehen, wohin er führt, ſelbſt ohne Rückſicht auf eigenen Gewinn, ſelbſt dann, wenn ſicherer Verluſt die Folge ſeiner Forſchungen wäre. Könnte er auch anders? Würde ſich nicht die ſchreckliche Wahrheit ſelbſt Bahn zu ihm machen, wenn er auch ſeine Augen vor ihr verſchließen woll⸗ te? O, es hat ſchon ſo manche traurige Gewißheit den Weg gefunden, um dieß Herz unfehlbar zu zer⸗