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ben meiſtens bis an ihren Tod in den Häuſern ihrer Pfteglinge, und ſpielten manches Mahl die Rollen der Vertrauten und Gehülfinnen bey heimlichen Ver⸗ hältniſſen, wie man in den Theaterſtücken der Al⸗ ten findet.
23) Cenſor wat eine obrigkeitliche Perſon in Rom, unter deren Aufſicht die Sitten und das Vermögen der Römiſchen unterthanen ſtanden.
24) Dioeletian war der erſte Römiſche Faiſer, ber, vielleicht aus ſehr guten Urſachen, in dieſem verderbten Zeitalter jene Popularität ablegte, die längſt aufgehört hatte, mehr als Maske und eine kluge Schonung alter Volksbegriffe von Republika⸗ nismus zu ſeyn. Er führte Perſiſches Ceremoniel ein, trug eine Tiare, eine mit Perlen beſetzte Bin⸗ de im Haar, und umgab ſich mit einer blenden⸗ den Hülle von Pracht, Gefolge und Unzugänglichkeit.
23) Ebeſſa, eine Stadt in Meſopotamien.
126) Die ehrbaren und wirthlichen Frauen jener Zeit folgten noch dem Beyſpiele der vergangenen Fahrhunderte, wo die vornehmſten Matronen, ja ſelbſt Fürſtinnen und Kaiſerinnen, die Wolle zu den Klei⸗ dern und Mänteln ihrer Gatten und Söhne ſelbſt zum Weben zubereiteten, auch wohl ſelbſt webten. So verfertigte Livia die Gewänder des Detavianus Auguſtus, als er bereits Herr der Welt war. Jeder kennt aus dem Homer den liſtigen Fleiß der Pene⸗ lope, und das Körbchen mit Spindeln und Purpur⸗ wolle, das Helena bey ſich ſtehen hatte, wie LTele⸗ machos ihren Hof beſuchte„um Kunde von ſeinem entfernten Vater einzuziehen. So ein Körbchen hieß


