Fünf und dreyßigſter Brief.
Apelles an Junia Marcella.
Trachene im November 301.
Ein kleines Geſchäft, welches ich auf dem Wege hierher bey einem Freunde abzuthun hatte, verzö⸗ gerte meine Ankunft um zwey Tage, und ſetzt mich dadurch in den Stand, Dir, meine verehrte Freun⸗ dinn, Nachricht von mir, von dem Schickſale der Gegend umher, und den Perſonen geben zu kön⸗ nen, an denen Dein Herz gewiß Antheil nehmen wird. Sehr glücklich würde ich mich ſchätzen, wenn es dem HPimmel gefallen hätte, dieſe Schickſale ſo
zu leiten, daß ich Dir recht erfreuliche Nachrichten
geben könnte. Leider aber iſt hier Manches vorge⸗ fallen, das zu erzählen und mit der gehörigen Scho⸗ nung und Treue vorzubringen, eine wahrhaft trau⸗


