Teil eines Werkes 
1. Theil (1828)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

25

zu wiſſen braucht, um Dich zu tröſten und in Deie

nem Gemüth den Frieden herzuſtellen, und betrifft zu unbekannte Perſonen, um ohne Prüfung Meh⸗ reren mitgetheilt zu werden. Man ſagt aber

ich bitte Dich, wohl zu bedenken, liebe Lariſſa,

daß ich Dir nur Gerüchte ſchreibe man ſagt, daß Agathokles nicht nur in Rom im Hauſe jener Calpurnia gelebt habe, daß ſie ein ſehr ſchönes, ſehr geiſtreiches, aber ziemlich leichtſinniges Mäd⸗ chen ſey, ſondern auch, daß ſie ſich beyde nicht

gleichgültig geblieben wären, und daß Agathokles

nur auf Befehl ſeines Vaters, und ſehr wider ſei⸗ nen Willen, ihre reizende Geſellſchaft verlaſſen habe. Daß ſie ſich ſchreiben, weißt Du, vielleicht aber nicht, daß ihr Vater das Proconſulat von Bithynien erhalten hat, und nächſten Frühling mit ſeiner ganzen Familie dahin kommen wird. Kön⸗ nen dieſe Nachrichten beytragen, Dein Gemüth in eine ruhigere Verfaſſung zu bringen, indem ſie ei⸗ nen Verluſt, den Du für unerſetzlich hieltſt, in Deinen Augen etwas mindern, ſo bin ich froh, und der Eifer, mit dem ich jeder Spur ſeines Verhält⸗ niſſes nachforſchte, iſt belohnt. Sollte es ſich fügen, daß ich Gewißheit erhielte, ſo werde ich nicht ſäu⸗ men, ſie Dir mitzutheilen. Wenn ſie Dich auch im Anfange ſchmerzt, ſo denke, daß es unſere Pflicht