ten gegen meine Kinder erlauben; aber wie we⸗
nig iſt, was ein Weib, eine Witwe vermag, wo es darauf ankommt, außer dem Umfang ihres
Hauſes, in den Verhältniſſen der Welt zu wir⸗ ken! Wie ſchmerzhaft fühle ich dann den Verluſt
eines geliebten Gatten, den Gottes Rathſchluß
mir und ſeinen Kindern ſo früh entriß!
Apelles wird euch von Allem näher unterric⸗ ten, und Demetrius kann, wenn ihm das Bern⸗ higung gibt, ſich mit dem Gedanken aufrichten, daß er tauſend Leidensgefährten hat, die des Cä⸗ ſars wilder Haß, um ihres Glaubens willen, wie ihn verfolgt, neckt, ſtürzt. Er wird euch auch noch mehr erzählen, und einen erhabenen Plan mit⸗ theilen, den der ehrwürdige ſtrenge Heliodor— Du wirſt Dich ſeiner wohl erinnern— entwor⸗ fen hat. Die barbariſchen Nationen umlagern von allen Seiten das römiſche Gebieth. Ihre unge⸗ zähmte Rohheit, ihre einfachen Sitten, gleich weit von unſerer Cultur und unſern Laſtern entfernt, erregten längſt in Heliodors eifrigem, menſchen⸗ liebenden Gemüthe den Wunſch, dieſe wilden Naturen durch das Chriſtenthum auf einem ed⸗ leren Wege zur Bildung zu führen. Nicht unſere dünſte, unſere Bedürfniſſe, unſere üppigkeit ſol⸗ len ſie zuerſt kennen lernen; die chriſtliche Reli⸗ 6.


