ich aber, ſo bald als möglich, der Comödie, im eigentlichen Sinne, ein Ende zu machen ſuchen; ſonſt— beym Teufel— falle ich noch aus meiner Rolle, die mir anfängt ſehr beſchwerlich zu werden, und die ich noch länger zu ſpielen mich unvermö⸗ gend fühle. Es iſt doch eine gar zu verdrießliche Lage, wenn man ſo wider ſeine Natur handeln, und immerfort einen Charakter behaupten muß, der dem unſrigen vollkommen entgegen geſetzt iſt. Doch laß ſie nur erſt mein ſeyn, und ihr Vermö⸗ gen ſich in meinen Händen befinden, dann ſoll mich die Rolle auch keinen Augenblick länger drücken. Aber wundern wird ſie ſich, ſtaunen, und wohl auch jammern wird ſie, wenn auf einmahl— le masque tombe, l'homme reste, et le heros s'eva- nouit— aus dem zartfühlenden, empfindſamen, ehrfurchtsvollen Seladon ein ganz gewöhnlicher Ehemann, aus dem Grandiſon ein Lovelace werden wird. Weißt Du, daß ich mich ordentlich auf den Zeitpunct freue, und nicht bloß, weil ich mich dann wieder ordentlich bewegen und betragen kann, ſon⸗ dern weil ich mir von ihren Geberden dabey einen ganz beſondern Spaß verſpreche? Wenn er nur erſt da wäre! Aber hat mir ſo viel gelungen, ſo wird mir der Uberreſt auch nicht fehlen.
Leon. II. Th. 3


