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bei einem kleinen heiteren Mahle beiſammen ſitzen, Ihnen wohl meine Meinung uͤber die Wahl, die ſie zu treffen haben, ſagen.“
„Beharren ſie in dem edlen Vorſatze, mein Sohn, Ihren Nebenmenſchen nuͤtzlich werden zu wollen— ſetzte Abbe l'Omont hinzu— dann wird man Ihnen gern das heute gegebene Aergerniß verzeihen.“
Die beiden wuͤrdigen Maͤnner gingen nun und wir blieben allein. Ueber Tiſche war De⸗ ſodry ſtill und nachdenkend; nachdem wir auf⸗ geſtanden waren, ſagte er uns, er wolle ein wenig friſche Luft ſchoͤpfen, und verſprach in ein Paar Stunden wieder da zu ſeyn. Gern haͤtte ich ihn begleitet, allein, da ich glaubte, er wuͤnſche ſeinen Gedanken ungeſtoͤrt nachzuhaͤn⸗
gen, ſo blieb ich und er eilte von uns——
um zu Mad. Derblay zu gehen.—
Alle unſere Anſtrengungen, ihn dem Ueber⸗ maß einer ſchwaͤrmeriſchen Religioſität zu ent⸗ reißen, waren unnuͤtz geblieben; die Vernunft hatte kein Gehoͤr bei ihm gefunden; als aber eine neue Leidenſchaft ihre Stimme in ſeiner
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