357
erzaͤhlte er ihr nun, was ihm in den wenigen Tagen, die er noch nach ihrer Abreiſe in Paris zugebracht hatte, begegnet war, dann rief er aus:„O Victorine! ich wollte Sie bereichern und Sie weigerten ſich; jezt habe ich Ihrentwe⸗ gen meinem Vermoͤgen entſagt und nur das be⸗ halten, was ich Ihnen anbot. Sie wollten nicht, daß ich Sie mir naͤherte, jezt bin ich arm ge⸗ worden, um Ihnen näher zu ſtehen.“
Vermochte Victorine es wohl, nun noch bei ihrem Vorſatze zu bleiben? Hingeriſſen von Be⸗ wunderung reichte ſie Georg ihre Hand und ſprach mit bebender Stimme:„Ich bin die Ih⸗ rige“— Einige Tage darauf wurden die Liebenden in der Capelle des franzoſiſchen S ten in London vereinigt. S
Das neue Ehepaar ließ ſich nun in Victori⸗ nens Heimath nieder, wo Georg ein Guͤtchen kaufte und ſich, ſeinem jetzigen Vermoͤgen gemaß, einfach, aber bequem einrichtete. Bald ſollte ſich ſein Gluͤck noch vermehren; ſeine Gattin gebar ihm einen Sohn, ein Paar Jahre darauf eine Tochter. Voll Liebe für ſeine Frau, voll Zaͤrt⸗ lichkeit fur ſeine Kinder, genoß der Redliche auch die Suͤßigkeiten der Freundſchaft. Oſt ſah er


