Teil eines Werkes 
2. Band (1825)
Entstehung
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tete, da wurde er doch einen Augenblick ſehr beſtuͤrzt.Großer Gott! ſprach er zu ſeiner Frau,muß man nicht vor der Menſchheit errothen, wenn man eine ſolche Wankelmuͤthig⸗ keit, ſolche ſchmachvolle Schwaͤche ſieht, die ihre Quelle allein in dem groͤbſten Egoismus hat? aber beim Himmel! ich verliere den Muth deswegen noch nicht.

Georg hatte, ſeitdem er reich geworden und eine Anſtellung bekommen, mehreren ſeiner Landsleute vielfach gedient, und ohne Claude

Lallemand zu rechnen, beſaß er eine Menge

guter Freunde. Der Doetor ging jezt zu ihm. Nach vielen Schmeicheleien und Eingangs⸗ complimenten begann er zu ſeinem Neveu: Du weißt, mein guter Georg, daß eine große Anzahl ehrliche Leute aus unſerer Gegend und beinahe alle meine ehemaligen Kranke, immer⸗ waͤhrend in mich dringen, mich bei der bevor⸗ ſtehenden Deputirtenwahl auf die Liſte der Can⸗ didaten ſetzen zu laſſen. Gewiß liebt Niemand mehr wie ich, ein ſtilles und zuruͤckgezogenes Le⸗ ben; nie habe ich auf eine andere Art mich auszuzeichnen geſucht, als in meiner Wiſſe⸗