Teil eines Werkes 
Zweyte Abtheilung (1798)
Entstehung
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dorbenheit unſerer moraliſchen Natur wegräumt, un⸗ ſern moraliſchen Charakter reiniget, uns erkennen läßt, was uns gut, und was uns ſchädlich iſt, uns Geſchmack an Tugend und Rechtſchaffenheit einfloͤßt, und uns den hohen Werth dieſer Tugenb und Recht⸗ ſchaffenheit erkennen und ſchätzen lehrt?

Allein, dieß ſo heilſame Arzeneymittel in der Hand unſers liebreichen Vaters lehrt uns den Werth der chriſtlichen Tugenden nicht nur kennen und ſchä⸗ tzen. Es thut noch mehr, es ſetzt uns in den wirk⸗ lichen Beſitz dieſer Tugenden. Ja, Leiden und Truͤb⸗ ſale ſind die Schule, in welcher der wahre Chriſt mit Vortheil erzogen, und zu demjenigen gebildet wird, der er ſeyn ſoll.

Denkt euch einen Menſchen, dem jedes irdiſche Gluͤck zu Theil ward. Ehre, Reichthum und Ver⸗ gnuͤgen, begleiten ihn auf dem Pfade des Lebens, den er wandelt, biethen ihm täglich ihre Freuden dar, befriedigen alle ſeine Wuͤnſche. Und dieſer Menſch ſoll ſich der Selbſtverleugnung, der geduldigen Ent⸗ behrung ſeiner liebſten Wuͤnſche, der Erfuͤllung ſehr beſchwerlicher Pſüchten ruͤhmen koͤnnen? Dieſer Menſch ſoll ſich der Demuth, der Beſcheidenheit, der Schaͤtzung des Vach⸗ fremder Verdienſte, der Mäßigkeit, der Enthaltſamkeit, ungeſtoͤhrt befleiſ⸗ ſigen? Er ſoll Stolz, Härtigkeit, Geitz, Wolluſt, mit gutem Erfolg fliehen? Er ſoll, bey ſo häufigen Reitzungen zur Suͤnde, nie uͤberwunden, immer Sieger ſeyn? Ach! wollten wir wohl vorgeben, das

menſch⸗

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