Teil eines Werkes 
Zweyte Abtheilung (1798)
Entstehung
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und Truͤbſale mit der weiſeſten Ueberlegung, zu un⸗ ſerm wahren Nutzen, damit wir ihm in der Heilig⸗ keit, in der chriſtlichen Vollkommenheit, ähnlicher werden ngen. Dieſe Zuͤchtigung, ſagt er uns ferner, giebt eine friedſame Frucht der Gerechtigkeit denen, die dadurch geubt ſind; das heißt; Leiden und Truͤbſale verſchaffen denenjenigen, die ſie dulden, die herrlichſten und nutzlichſten Fruchte der Tugend.

Unſer unter der Laſt der Leiden ſo ungeduldiges und unzufriedenes Herz ſtraͤubt ſich denn freylich, dieß alles als wahr anzunehmen und zu empfinden, und bildet ſich leicht ein, daß der blumichte Weg des irdi⸗ ſchen Glucks eben ſo leicht und ſicher zu dem hoͤchſten Gipfel der chriſtlichen Tugend und Vollkommenk heit fuͤhre, als die dornichte Bahn der Leiden, und es will alſo nicht recht faſſen und einſehen, warum der Chriſt eiden muß, wenn er ein wahrer Chriſt ſeyn und es zu einem gewiſſen Grad der Vollkommenk heit bringen will. Und gleichwohl iſt dieß ſchlechterdings norhwendig, wenn dieſe Abſicht erreicht werden ſoll. Laßt uns alſo die Urſachen dieſer Rothwend digkeit auf⸗ ſuchen. Wir werden uns dadurch die für uns ſo ſchwere und wichtige Frage beantworten: Warum der Chriſt durch Leiden und Truͤbſale geubt werden muß, wenn er in der chriſtlichen Vollkommenheit wachſen und zunehmen ſoll? Es wird zweyerley zu richtiger Beantwortung dieſer Frage erfordevt.

Erſtlich muͤſſen wir den Einfluß bemerken, den Leiden und Trubſale auf unſere Tugenden haben. Aus

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