1 We haben uns bemuͤht*), meine theuerſten Ge⸗ liebten, ſo viel es in unſern Kraften iſt, unſere Be⸗ griffe über verſchiedene Lehren der chriſilichen Re⸗ ligion zu ordnen und zu berichtigen, oder vielmehr, wir haben uhs richtige theoretiſche Kenntniſſe von demjenigen, was eigentliche Lehren der chriſtlichen Religion ſind, zu verſchaffen geſucht. Vorausgeſetzt, daß uns unſere Abſicht nicht ganz mislungen iſt, ſo laßt uns hierbey nicht ſtehen bleiben; nur wenige Schritte auf dem Wegé, der zur chriſtlichen Vollkom⸗ menheit fuͤhrt, und den wir, nach dem ausdruͤck⸗ lichen Befehl unſers Herrn, wandein ſollen, haben wir dadurch zuruͤckgelegt. Der groͤßte, ſchwerſte und wichtigſte Theil dieſes Weges liegt noch vor uns. Ohne ihn fortzuſeßzen und zu vollenden, helfen uns die wenigen Schritte, die wir gethan haben, nichts. Dieſer Weg, den wir noch wandeln muͤſſen, iſt der Weg der getreuen Erfuͤllung der Pflicht, die aus dieſen Kenntniſſen herfließt. Alle unſere Kenntniſſe des Chriſtenthums helfen uns nichts, wenn wir ſie nicht mit der Ausuͤbung desjenigen verbinden, was der erkannte Wille Gottes von uns zu thun fordert, N 2 und
*) S. Belehrungen uͤber Religion und Moral. Erſie Abtheilung.
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