Teil eines Werkes 
2. Theil (1863)
Entstehung
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dankend darauf nieder und lud ihn ein ſich an ihre Seite zu ſetzen.

Da ſaß er nun mit ihr in tiefer, wilder Waldein⸗ ſamkeit. War er ſeinem erſten heutigen Auftreten bei ihr nicht aus einer fieberhaften Herzenserregung her⸗ ausgekommen, ſo diente die gegenwärtige Situation am allerwenigſten zur Beſchwichtigung derſelben. In dem, die ſchönen Formen des Oberkörpers knapp umſchließen⸗ den, Reitkleide ſah Kunigunde noch jünger und friſcher aus als gewöhnlich. Der reiche Lockenſchmuck der unter dem blauſammtenen Barett hervorquoll und ſich auf den prächtigen Schultern wiegte, erhöhte das jugendliche Ausſehen. Dieſe reizende Geſtalt in dem reichen, male⸗ riſchen Gewande mit der wallenden ſchneeweißen Feder mit dem himmelblauen Barett hier auf dem rohen Fels⸗ blocke und in dieſer ganzen wilden Scenerie hätte auf jeden Beſchauer einen außergewöhnlichen Eindruck ma⸗ chen müſſen, wie mächtig, wie überwältigend mußte er erſt auf den von tiefer Leidenſchaft für ſie erfüllten Hy⸗ nek von Lichtenburg ſein! Er ſaß da ſprachlos, ganz in ihr Anſchauen verloren.

Sie ſchien es nicht zu beachten, wie die zwei Au⸗ gen ihres Ritters ſie gleichſam verſchlangen. Ihre Blicke waren geſpannt nach der Stelle gerichtet, an wel⸗