Teil eines Werkes 
1. Theil (1863)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

28

der Verbannung zurückgerufen wurden, hatte Sezema von Landſtein es vorgezogen in Ungarn, das ihm zur zweiten Heimat geworden, zu bleiben. Doch hatte er auch fern vom Vaterlande den Angelegenheiten desſelben ſeine aufmerkſame Theilnahme geſchenkt, und nie ver⸗ geſſen, daß er ein Witkowetz war. Mit Stolz hatte er auf die Thaten und Erfolge ſeines Vetters und Wlady⸗ ken Zawiſch von Falkenſtein geblickt, mit Stolz ihn zum erſten Manne Böhmens, zum Gemal der Königin⸗Witwe und erſten Rathgeber ihres Sohnes, des Königs Wen⸗ zel II., ja zum eigentlichen Herrſcher von Böhmen ſich erheben ſehen. Und er hatte nicht verſäumt vor ſeinem königlichen Gönner den Gegenſtand ſeines Stolzes in das rechte Licht zu ſtellen.

Ladislaus von Ungarn hatte mit der Krone ſeiner Väter auch den Haß geerbt, den dieſe gegen das Geſchlecht der Przemysliden auf dem böhmiſchen Thron genährt, und der durch die Niederlagen, welche der Träger der ungariſchen Krone durch Ottokar II. auf den Schlacht⸗ feldern erlitten, trotz deſſen Vermälung mit Kunigunde von Halic, nicht gemildert worden war. Wenn daher König Ladislaus mit der größten Theilnahme vernahm, wie ruhmvoll Zawiſch von Falkenſtein das königliche Amt verwaltete, wie er in ſeinem zerrütteten Vaterlande Recht und Ordnung wieder aufrichtete und durch eine