Teil eines Werkes 
1. Theil (1828) A-H
Entstehung
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Goufre— Grad 307 Goufre uder Gouffre, fr.(ſpr. gouffe“) der Schlund,

Abgrund. Goulu, fr.(ſpr. guluͤd ein gieriger Freſſer. Gourgandine, fr. eine Metze, Sträßendirne. Gourmand, fr.(ſpr.— mangh) ein Nießling, Gaumläſt⸗ ling, Tafelſchwelger; Gourmandiſe, die Luſternheit, Schwelgerei. Gout, fr.(ſpr. guh) der Geſchmack, das Wohlgefallen; vutiren, ſchinecken, an Etwas oder Jemanden Geſchmack ſnden oder Wohlgefallen haben, h gern haben. Gvutte, fr. Tropfen, Pröbchen, Schluckchen; Ak. Gicht. Gouvernante, fr. die Hofmeiſterin, Erzieherin, Sitten⸗ meiſterin; Gyuvernement,(ſpr.— mangh) die Staats⸗ verwaltung, Regierung, Statthalterſchaft; Gvuverneur, Cſpr.— nör) der Statthalter, Landvogt, Landpfleger; Hof⸗ Erzieher; gvuserniren⸗ verwalten, lenken, eiten. Governo, it. Kfſpr. Nachricht, Regel, Ermahnung. Grabeau, fr. Kfſpr. ſ. Fuſti Grace, fi. Cſpr. grahß) die Gewogenheit, Gunſt, Gnade Huld, Anmuth, der Reiz, Anſtand; argeioͤs, angenehm, anmuthig, lieblich, gutig, gnaͤdig, gefällig. Gracioſo, ſpan. der Spaßmacher in Scien Gräd l. gradus, der Schritt, Grad, die tufe, Staffel, eine Gelehrten- oder Hochſchul⸗Würdez der Z6oſte Theil ei⸗ nes Kreiſes; gradatim, l. ſufenweiſe, nach und nach, Gradation, die Steigerung, Ab⸗ und Auf⸗ ufung⸗

*) Zur genauern Unterſcheidung der verwandten Begriffe, welche die Wörter G6ourmand, glö uton u. ſ. w. bezeichnen, mögen folgende Be⸗ merkungen aus dem Dictionnaire Synonymique de la langne Frangaise par J. Ch. Laveauk(Paris 1826. 2 Bd. 8.) hier eine Stelle finden. Zie Wörter Glonton, Goinfre, Gonlu, G6ourmand, beziehen ſich fämmtlich auf Unmäßigkeit im Eſſen. Der Goulu ißt ſo begierig, daß er die Speiſen eher verſchlingt als ißt, und er ſüllt die Begier des Schlundes mit einer reichlichen Menge⸗ Der Glouton iſt noch vichiſcher gefräßig als jener⸗ und er bringt die heftig begehrte Nahrung haſtig in den Schlund. Der Wolf iſt ein animal glouton. Der Goinfre ſtilit ſeine rohe Freßgier zugleich mit einer viehiſchen Unreinlichkeit; ohne auf die Beſchaffenheit der Speiſen zu achten, ſieht er nur auf Fülle. Der Gourmand ißt zwar gern, aber weder begierig noch ohne Wahl⸗ ſondern zieht leckre Nahrung vor; er überläßt ſich zu ſehr ſeiner Reigung zu guten Biſſen. Ihm ſicht zunächſt der Priand, und wie der Goinfre den rohen viehiſchen Genießer be⸗ zeichnet, ſo ſteht der Friand am andern Endpunkte, es iſt der Wohl⸗ ſchmecker, der Lüſtling, der Feinzüngler, der leckre Biſſen liebt, zu wäh⸗

len weiß und mit Wohlbehagen verzehrt. K Der Druckberichtiger⸗ 92