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Die stille Mühle : eine Geschichte aus Deutsch-Böhmen / von Elfried von Taura
Entstehung
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auch ſchöne gußeiſerne Grabmäler. Aber Nie⸗ mand ſchaut danach; Niemand bekränzt ſie; ihre Familien ſind zerſtreut, Niemand weiß, was aus ihnen geworden. Unſer Joſef lebt in ſeiner neuen Heimath noch heut' mit ſeiner Thekla und drei blühenden Söhnen in Wohlſtand, Freude und Ehre.

Soweit der Mühl⸗Frauz. Als wir ihm für ſeine Erzählung die Hand drückten, traten ſeine drei Töchter mit einem Blumengewind in das Zimmer.Wenn's gefällig iſt! ſagte er, ſich erhebend,es iſt heut' der erſte Juni! Wir ſtanden auf und folgten ihm und dem lieb⸗ lichen Kleeblatt hinaus auf den Hügel mit der alten halbverſengten Buche. Da ſtand ein ein⸗ faches Denkmal, um welches die Mädchen ihr Blumengewind ſchlangen. Es war ein Würfel von polirtem Granit, darauf ein Aſchenkrug von edlem Serpentin. Auf der Vorderſeite des Wür⸗ fels laſen wir die Worte:

Dem treuen Schutzengel ſeiner erſten Kindheit, Seinem Retter aus den Flammen Der dankbare Gerettete Hermann Schmiedel.

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