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Die Malerin von Dresden : Erzählung / von Elfried von Taura
Entstehung
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Was wollen Sie denn mit dieſem Kinde auf der

Wache, Herr Conmiſſarius? ſagte der Inſpector Rie⸗ del ſich erhebend und dem Mann mit ſeinem Adlerauge feſt in die Augen blickend. Dieſer konnte den Blick nicht ertragen; er wendete ſich ab und ſagte verlegen:Sie hat ein rebelliſches Lied geſungen und wird daher zur ge⸗ rechten Strafe gezogen.

So haben Sie hier gelauſcht? fragte der Ju⸗ ſpector in einem Tone, der ebenſo wohl Verachtung wie Verwunderung ausdrückte. Dann fuhr er fort:Das arme Kind iſt am wenigſten ſtrafbar wegen ihres Ge⸗ ſanges, ſie wurde dazu aufgefordert. Er ſah den jungen Maler mit einem bedeutungsvollen Blick an. Dieſer verſtand ihn; aber er hatte nicht den Muth ihm zu ge⸗ horchen.Ei Herr, ſo ſchämen Sie ſich doch, ſagte der Inſpector nach einer Pauſe zu dem Maler;wollen Sie das arme Mädchen für ſich büßen laſſen? Sie hatten ja vorhin ein ſo tapferes Maul, beweiſen Sie jetzt Ihre Tapferkeit!

Ja, mein Herr, nahm jetzt der Maler das Wort; das Mädchen trägt eigentlich die geringſte Schuld, daß ſie das Lied ſang wir oder vielmehr ich allein habe ſie dazu aufgefordert, ein patriotiſches Lied zu ſingen.

Ein Lied gegen die Preußen, fügte der Inſpector hinzu.Das Kind glaubte der Aufforderung folgen zu