— 10— ein Zeichen des Schmerzes von ſich zu geben, da es des gefallenen Häuptlings unwürdig erachtet wurde, daß ſeine Verwandten ſein Loos beweinten.
Sie bekleideten die Leiche, ſetzten ſie in der Stellung, wie man den Häuptling während ſeines Lebens am mei⸗ ſten geſehen hatte, auf eine Matte, nahmen rings um ſie her Platz und hielten ihm ſeine Trauerrede, indem
einer nach dem andern ſeine und ſeiner Porſahren Tha⸗ ten im Kampfe erzählte.
Nachdem all' dies geſchehen war, ſangen ſie ihm eine Art Leichengeſang, der, aus der indianiſchen Sprache ſo gut als möglich übertragen, ſo lautete:
Fort biſt du, und doch der Unſern Einer! Du ſitzeſt hier, wie vorher!
Du ſcheinſt ein Mann und biſt doch keiner; Du biſt dahin und kommſt nicht mehr.
Du biſt, mußt' auch dein Leben vergeben; Dein Antlitz konnte der Tod nicht zerſtören;
Du haſt Augen, aber du kannſt nicht ſehen; Du haſt Ohren, aber du kannſt nicht hören.
Und ſprachſt du geſtern nicht mit deinen Freunden? 4 Und zogſt du nicht mit den Kriegern aus,
Die zu Müh' und Luſt ſich glüͤcklich vereinten Und manche Hirnhaut holten im wilden Strauß?
Ja— du biſt hier und biſt doch gegangen, Du biſt nicht— und doch ſeh'n wir dich,
Wie das Geſtern iſt dein Leben vergangen Und nichts als das Nichts zeiget ſich.


