= 22
fen habe, und ich glaube keine Sylbe von deinem Vor⸗ bringen.“ „Er hatte eine Schweſter, welche einen Finnländer,
Oberſt Königsmarke, gegen den Willen ihrer Freunde und
Verwandten heirathete. Sie wurde enterbt, und ihres Namens durfte nie mehr gedacht werden. Nach dem Tode meiner beiden Eltern nahm mein Oheim mich als Sohn an, aber auch er ſtarb kurz nach Eurer Abreiſe in die neue Welt.— Seht, Heer— erkennt Ihr dieſes Bild?“
„Blut meines Herzens,“ rief der Heer, als er das Gemälde betrachtete,—„o ganz gewiß— dies iſt der alte Kaspar Steinmetz! Ah, ehrlicher, luſtiger, alter Kaspar! Wie oft haben wir beide in dem guten Finn⸗ land mit einander getrunken und gekämpft und geſpielt! Aber— bei all' dem ſollſt du, Verbrecher, der Gerechtig⸗ keit nicht entſchlüpfen, bis du mir Rechenſchaft abgelegt haſt, wie du in den Beſitz dieſes Gemäldes gekommen biſt, das mir eine wunderbare Aehnlichkeit mit geſtohlenem Gute zu haben ſcheint.“
„Geſtohlenes Gut, Heer?“ fiel ihm der junge Mann zornig in das Wort; er ſchien ſich aber plötzlich wieder zu faſſen, verfiel in ſein früheres, unzerſtörbar heiteres Weſen und pfiff leiſe vor ſich hin.
„Ja, freilich, geſtohlenes Gut!— Ich werde dich
alſobald in das Gefängniß führen laſſen und das Ge⸗
mälde behalten, bis du bewieſen, daß es dein Eigenthum,
—
—j,


