Teil eines Werkes 
2. Bändchen (1820)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

237⁷

„nämlich durch mein Verreiſen es dahin zu brin⸗ «gen, daß wir uns beide nach einander ſtark ſeh⸗ «nen, nicht nur ſie ſich nach mir, ſondern auch Lich mich nach ihr, was beides jetzo der Fall nicht « ſein will. Die Ehe— auch meine— hat das & Beſondere, daß man— die Frau vollends— Ldarin zwar ſehr liebt, aber auch verteufelt brummt; &ſo wird man dadurch auffallend jenem frommen « Manne*) ähnlich, welcher bei dem Namen Gott, ſo gottesfürchtig er war, aus Gemüth⸗ Lkrankheit ihn immer ſo zu läſtern gezwungen Lwar, daß ihm ſelber grauſete; die eheliche Liebe ſelber erhält ſich unter der Schneedecke der ehe⸗ Llichen Zänke ganz warm.— Zweitens will ich meine Abweſenheit zu noch etwas machen, näm⸗ Llich zu einer Hahnemannſchen Weinprobe gegen⸗ «ſeitiger Tugend und Treue; ich will verſuchen, cob ſie mir in der langen Abweſenheit, und ob Lich ihr unter den großen Verſuchungen treu blei⸗ «ben kann. Dieß iſt das Wenige, was ich mit «Vielem habe ſagen wollen, Durchlaucht! Sonſt

*) Sulzers Schriften. B. 1. S. 105.