Teil eines Werkes 
2. Bändchen (1820)
Entstehung
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XXX

Träume erzeugt. Einem Blinden ſetzte ich ſo lange gute Augen ein, als er ſie zuhätte, und herrliche Nachtſtücke des Frühlings und Sternen⸗ himmels wollt' ich um ihn herhängen. Und da der Traum uns gerade verlorne Geſtalten unſerer wärmſten Sehnſucht am hartnäckigſten verweigert: ſo wäre mein Erſtes, einer ſehnſüchtigen Mutter die Tochter wieder an das Herz zu fühken, die auf höhern Welten lebt, oder auf eine Nacht den Sohn nach Hauſe zu bringen, der auf fernen Schlachtfeldern übernachtet. Gott weiß, was ich noch thäte; unſchuldigen Gefangenen nähme ich ohnehin in der Nacht die Kettenringe ab; und zarten Prinzeſſinnen ſteckt' ich ſchöne Eheringe an, und ließe einer ſchlafenden Diana⸗Göttin einen wachenden Endymion erſcheinen.— Ich triebe es weit.

Inzwiſchen bleibt es doch eben ſo wahr, als gefährlich— denn wenige würden ſo vorträumen wie ich— daß die Erfindung des Traumgebens wie die des Bücherſchreibens und Druckens, die Entdeckung einer neuen Welt, und dadurch die