Teil eines Werkes 
1. Bändchen (1820)
Entstehung
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mende Herz faßte; die Unſterblichkeit wohnte in den Räumen, der Tod nur auf den Welten. Auf den Sonnen gingen aufrechte Schatten in Menſchengeſtalt, aber ſie verklärten ſich, wenn ſie von ihnen zogen und im Lichtmeer untergingen, und die dunkeln Wandelſterne waren nur Wiegen für die Kindergeiſter des lichten All. In den Räumen glänzte, tönte, wehte, hauchte nur Le⸗ ben und Schaffen im Freien des All; die Son⸗ nen waren nur gedrehte Spinnräder, die Erden nur geſchoſſene Weberſchiffchen zu dem unendlichen Gewebe des Iſis⸗Schleiers, der über die Schö⸗ pfung hing, und der ſich verlängerte, wenn ihn ein Endlicher hob. Da, vor der lebendigen Un⸗ ermeßlichkeit, konnt' es keinen großen Schmerz mehr geben, nur eine Wonne ohne Maß und ein

Freudengebet.

Aber anter dem Glanze des All war die blitzen⸗ de Geſtalt unſichtbar geworden, oder nur heim⸗ gegangen in die unſichtbare Geiſterwelt; ich war mitten im weiten Leben allein und ſehnte mich. nach einem Weſen. Da ſchiffte und drang aus der Tiefe durch alle Sterne ein dunkler Weltkörper fliegend das hohe Lichtmeer herauf, und eine Men⸗