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allen Wundern provencaliſcher Vegetation durchduftet. Die Provence iſt unſer Delta, der Ril iſt nicht frei⸗ gebiger als die Rhone und die Durance.
Er glaubte, ſie waͤren fuͤr ihn, dieſe Wohlgeruͤche! Mit offenem Halſe, ohne Binde, mit hellem, lachendem Auge ſchritt er durch die Menge, wie er ſonſt durch die Fluren ſtrich.
Haͤtte man ihm nur erlauben wollen, eine Nelke im Knopfloch und ein Roͤhrchen in der Hand zu haben.
Es war auf dem Marktplatz in Air an einem Markttage.
Das iſt der Gebrauch ſo: in Aix guillotinirt man an Markttagen, damit die Bauern, welche in ihre Berge zuruͤckkehren, etwas von der Aufklaͤrung der Staͤdte zu erzaͤhlen haben. Sie duͤrfen nicht mit leeren Haͤnden heim kommen.
In Aix ſteht die Guillotine zwiſchen Aepfelpyra⸗ miden, Koͤrben mit Weintrauben und Blumengewinden. Man iſt ſehr poetiſch im Suͤden. Zuletzt wird man noch ein Schaͤferhuͤtchen am Gipfel der Guillotine an⸗ bringen. Und was fuͤr eine Guillotine! Eine Guillo⸗ tine der Provinz, alt und ſchmutzig wie ein Richter im Parlamente.
Im ſchoͤnſten provengaliſchen Sonnenſchein ſiel das kaiſerliche Haupt unter dem Meſſer der Gutllotine; Napoleons Blut ſpritzte auf das Steinpflaſter.
Eines Tages, als der Scharfrichter nach Marſeille
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