Teil eines Werkes 
5. Band (1832)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

342

II.

Die Zukunft! ſie gehoͤret Keinem! 1 Nur Gott gehoͤrt die Zukunft, Sire!

So wie die Stunde ausgeſchlagen, Sagt Alles Lebewohl uns hier.

Die Zukunft! Zukunft! o Geheimniß! Was auf der Erde ſich erringt,

Ruhm, Kriegergluͤck, der Reif der Krone, Der ſich um Koͤnigsſtirnen ſchlingt,

Der Sieg mit flammenlohen Fluͤgeln, Der Ehrgeiz, das erlangte Gut,

Sie ruh'n nur ſo⸗ auf uns, wie fluͤchtig Auf unſerm Dach ein Vogel ruht.

Nein! wie man maͤchtig ſei, man lache oder weine,

Niichts bringt zur Sprache Dich, nichts oͤffnet fruͤher Deine Verſchloſſene kalte Hand,

O ſchweigendes Phantom, Du Schatten, Gaſt von Allen,

Verhuͤlletes Geſpenſt, dem wir zur Seite wallen, Das morgen ward genannt!

O morgen! das, das iſt's ja eben! Was iſt's, das morgen nun begann? Der Menſch ſtreut aus die Urſach' heute, und morgen reift die Wirkung dann.