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meine Daumen ſanft uͤber ihre Augenlider gleiten ließ. Der Sehnerv war noch gelaͤhmt.
Nun, Madame, wie geht's?—„Sind wir im Dunkeln? Ach, ich fange an, zu ſehen. Mir iſt, als ob man mich trunken gemacht haͤtte. Ich fuͤhle Schwin⸗ del. Wahrhaftig, ich koͤnnte nicht gehen.— O, mein Gott, welche Schwaͤche habe ich in den Beinen! Be⸗ greifen Sie das?“.
„Nichts natuͤrlicher, das iſt immer ſo. Sie ſind von meinem Fluidum geſaͤttigt, ich muß Sie deſſen entledigen/⸗ 4
„O ia,“ ſagte ſie lachend,„entledigen Sie mich Ihres Fluidums, denn ich fuͤhle mich dadurch ſehr un⸗ behaglich. Setzen Sie mich in den fruͤhern Zuſtand, daß ich wieder Ich ſelbſt bin.“
„Das iſt ſehr leicht. Halten Sie ſich aufrecht.“
Dann machte ich mit beiden Haͤnden Striche vom Kopf zu den Fuͤßen, vor ihr, auf den Seiten und uͤber's Nuͤckgrat. Sie war vollkommen entladen. 4
Wie befinden Sie ſich jetzt?—„Gut.“— Nur das?—„Ich fuͤrchte Ihnen zu viel Eitelkeit einzu⸗ floͤßen; doch muß ich geſtehen, auf Ehre, ich fuͤhle mich viel wohler als vorher. Und demungeachtet kommt es mir vor, als haͤtte ich einen haͤßlichen Traum gehabt; ich moͤchte glauben, der Alp haͤtte mich gedruͤckt.“— Es bringt manchmal eine ſolche Wirkung hervor— und die Migraine?—„Verſchwunden, aber ich fuͤhle mei⸗
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