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das iſt es, was wir brauchen; geben Sie mir ſeinen letzten Brief, er liegt dort auf der Chiffoniere.“
Ich gab ihn hin, ſie befuͤhlte ihn ſorgfaͤltig, legte ihn auf ihr Herz, auf ihre Bruſt, auf ihre Stirn, wo ſie ihn lange feſthielt, dann rief ſie mit Entzuͤcken: „Ja, ich ſehe ihn ſehr, ſehr deutlich, nicht grade jetzt, aber doch wenigſtens in dem Augenblicke, wo er den Brief ſchrieb. O, er dachte wohl an mich! Wie er mich liebt, der theure Guſtav! Doch wie? Es tritt Jemand in ſein Zimmer.— Wer iſt das? Gott! ein Weib! Er ſteht auf— Ha!“
Ein lauter Schrei rang ſich aus der Tiefe ihrer Bruſt empor. Sie waͤre ohnmaͤchtig niedergeſunken, wenn ſie nicht mein Wille aufrecht gehalten haͤtte, ohne ſie aus ihrem ſomnambulen Zuſtande zu erwecken. Doch ſprang ſie ploͤtzlich auf und ſtuͤrzte zum Fenſter, als ob ſie eine That der Verzweiflung begehen wollte. Ich hielt ſie zuruͤck und mußte zu gleicher Zeit meine Auf⸗ merkſamkeit auf Albertine richten, welche die Ruͤckwir⸗ kung der Bewegung, in der ich war, zu empfinden ſchien. Denke Dir ein wenig meine Verlegenheit waͤhrend eines ſolchen Auftritts.
Endlich, durch ſtarke Willenskraft, laſſe ich Frau von B. in reſignirter Haltung niederſitzen, dann beru⸗ hige ich ſie mit Strichen, mit dem Hauch von weitem und vorzuͤglich durch mein feſtes Wollen, ihr jede Er⸗ innerung der betruͤbenden Viſion zu rauben.


