Teil eines Werkes 
5. Band (1832)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

154

Der Thron verſinkt, man ſieht Schaffotte ragen, Den Scepter der Bourbons vom Schwert zerſchneiden; Der Koͤnig faͤllt, ihn zeiht ſein ſchweres Leiden Der Schwachheit, doch verdient er unſ're Klagen Konnt' er des Hofes Frechheit nicht vermeiden, Konnt' er nicht herrſchen lernt' er doch ertragen, Das Bitterſte großmuͤthig zu verzeih'n Und ſtarken Muthes ſich dem Tode weih'n.

Im Grab' entgingen doch den Naͤuberhaͤnden

Die niedern Opfer und man kann mit Grauen Die Henkerluſt an Koͤnigsmanen ſchauen,

Wie neue Frevel ihre Aſche ſchaͤnden!

Seht dort vom Altar blut'ge Tropfen thauen,

Ich muß mich ſchaudernd von der Inſchrift wenden: Der zweite des Septembers! Blut ge Zahl! Wie mahnſt du mich an Tage grimmer Qual!

Der Menſch befleckte ſtets durch Grauſamkeiten Die ſchoͤnſte Sache; blut'ge Maͤrtyrtaufen,

Sie mußten Freiheit, Religion erkaufen.

Ihr ſtillen Graͤber, bergt auf alle Zeiten

Die truͤbe Kunde; aus den Truͤmmerhaufen Erwaͤchſt die Freiheit: moͤge ſie verbreiten

Die Eintracht unter uns, auf daß fortan Erkalten mag der rauchende Vulkan!