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daſelbſt unzaͤhlige Haufen von Knochen aus allen innern Kirchhoͤfen der ungeheuern Hauptſtadt zuſammen ge⸗ bracht und dieſe von der Zeit gebleichten Mauern bil⸗ den eine unterirdiſche Stadt, deren Symmetrie das blinde Wuͤthen des Todes regeln zu wollen ſcheint. Ein ſchwarzer Strich, in der Mitte des Gewoͤlbes ge⸗ zogen, dient zum Fuͤhrer in den geheimnißvollen Gaͤn⸗ gen. Wolltet ihr ihn nicht befragen, ſo wuͤrdet ihr euch bald in den verſchiedenen Hoͤhlen verirrt haben, welche ſich weit uͤber die lebendige Stadt hinaus er⸗ ſtrecken, unter der ihr geht, deren eitles Treiben uͤber eurem Haupte verhallt; ihr wuͤrdet mit Entſetzen in der dunkeln Erde umherſpaͤhen, deren durch des Men⸗ ſchen Fleiß zerriſſener Schooß ihn mit all' ſeinen Wer⸗ ken zu verſchlingen droht.. Drei Treppen fuͤhren zu den Catacomben. Die an der Hoͤllen⸗Barriere bietet eine merkwuͤrdige Analogie des Namens. Einige Etymologiſten, ſagt Saint⸗Foig, behaupten, daß die Straße Saint⸗Jacques vor Alters via superior geheißen, und die Hoͤllenſtraße via inkerior oder inkera. Rechts und links von der erſten Galerie der Catacomben trifft man einige andre, die ſich unter der Ebene des Montrouge hinſtrecken. Von Zeit zu Zeit ſtoͤßt man auf Felſen. Man verweilt beim Anblick einer furchtbar pittoresken Ruine. Auch Stalactiten bemerkt man, Alabaſterkruſten, vom tropfenden Waſſer erzeugt. Wenn man die Galerie des Boulevard Saint⸗


