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entſetzlich. Begegnet ihr auf der Straße einem Men⸗ ſchen in großem Zorne, ſei er auch ſonſt von der mil⸗ deſten Laune, und ihr fragt ihn: Was haben Sie?— „Was ich habe?“ wird es heißen;„ach! ſprechen Sie mir nicht davon! Ich bin wuͤthend! Eine furchtbare Scene habe ich eben gehabt, mit dem Schlingel von Michel. Ja, es iſt ein Schlingel, ich ſag' es unver⸗ hohlen! Stellen Sie ſich vor, daß ich ihm hundert Thaler leihe— es iſt ſchon laͤnger als ein Jahr her— geſtern ſollte er bezahlen; er hatte ſein Ehrenwort dar⸗ auf gegeben. O ja! Trauen Sie nur der Ehre eines ſolchen Schlingels! Ich warte und warte, Ihr Die⸗ ner! So wenig ein Michel, als der Großtuͤrk!“ und, dies ſagend, erhitzt ſich euer liebenswuͤrdiger Sprecher immer mehr und mehr, wie ein Schauſpieler auf der Buͤhne; er erhebt die Stimme, er ſchreiet, er bruͤllt, er zerdruͤckt euch den Arm, er faßt euch beim Kragen, er ſchuͤttelt euch, zerrt euch, ihr moͤgt wol⸗ len oder nicht, rechts und links, vor und zuruͤck. Dann ſeht ihr die Voruͤbergehenden ſtill ſtehen und euern Schritten hohnlaͤchelnd folgen. „Will man, um einen ſolchen Menſchen zu beru⸗ higen, ihm bemerklich machen, daß er ein Schauſpiel giebt:„Ach was!“ wird er antworten,„ich lache die ganze Welt aus. Ja, Herr, Sie haben ſich wie ein Straßenjunge betragen; ich weiß, was ich rede! Es iſt nicht um die hundert Thaler; nein, Herr, die koͤn⸗


