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Idee zur Bluͤthe bringen. Das macht, weil eine Zeit kommt, wo man ſich gemeinhin von den Gedanken zu gleicher Zeit, wie von den Geſchaͤften zuruͤckzieht: wenn man der einen ſo gut, wie der andern muͤde iſt. Die Ruhe, ſeht ihr, das iſt das Gluͤck. Nach dem Leben in Schweiß und Arbeit, in Geiſtesanſtrengung und Sinnetrunkenheit bedarf man des ruhigen, gluͤcklichen Lehens, des Lebens an feſter Stelle. Auf den Miß⸗ brauch aller Dinge, koͤrperlich nicht minder als geiſtig, folgt allgemeine Diaͤt, vollſtaͤndige Enthaltung von ſtarken Getraͤnken und raſchen Ideen. Keine Indi⸗ geſtion mehr, weder des Magens, noch des Herzens, noch des Kopfs. Der Koͤrper bekommt verduͤnnten Wein, Fleiſch von Gefluͤgel und Kraͤuter⸗Bouillon; die Seele einen Gedanken, einen einzigen, der lau, aber feſtſtehend und nuͤchtern ſein muß; das Herz endlich einen bruͤtenden Kanarienvogel und einen Ro⸗ ſenſtock am Fenſter.
Ach ja! Manche Nentiers gleichen Drehorgeln, welche nur eine Melodie ſpielen; ihr habt gut drehen am Griffe, es iſt immer dieſelbe, bis die Zeit ſie mit einer neuen Walze verſieht. Das macht ſich in mehr oder minder entfernten Zeitraͤumen. Ihr Geiſt mauſert ſich, ſo zu ſagen, und wirft ſeine alte Haut fuͤr eine neuere ab.—.
Da iſt Einer, Herr Bargeot, der in den zwoͤlf Jahren, daß er ſich unnuͤtz gemacht, ſchon funfzehn


