Teil eines Werkes 
5. Band (1832)
Entstehung
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67 Wenn man die Kunſte als Profeſſionen betrachtet,

ſo iſt die Litteratur im Allgemeinen diejenige, welche,

mit geringen Ausnahmen, am wenigſten einbringt; man kann wohl ſagen, daß das Gluͤck der Schriftſteller in keinem richtigen Verhaͤltniſſe zu ihrem Verdienſte ſtehe. Wer einen wahrhaften Beruf dazu hat, der opfert der Vervollkommnung ſeiner Werke zu viel, als daß er nicht bald den pecuniaͤren Vortheilen entſagen ſollte, die ihm daraus erſprießen koͤnnten. Sonſt boten die Kloͤſter allen Schriftſtellern zweiten Ranges eine Zu⸗ flucht, und man ſah in der Welt nur Beſoldete, die ein großes Ganzes bildeten, in welchem der reiche Voltaire z. B. das Alpha und der ungluͤckliche Gilbert das Omega war. Dieſe litterariſche Republik bekuͤmmerte ſich gar nicht um Geld und dachte ſehr wenig an das Nuͤtzliche.

So ging es fort bis zur Revolutions⸗Epoche von 1789, wo ſich das Beduͤrfniß der Journale und Jour⸗ naliſten gebieteriſch fuͤhlbar machte. Das war ein neu gekbotener Huͤlfsquell fuͤr die Litteraten; es bildeten ſich deren bald fuͤr die Journale, denn das war ein Hand⸗ werk geworden, zuweilen ein recht eintraͤgliches.

Napoleon, in der Idee, den Wiſſenſchaften einen

Glanz zu geben und zugleich das Talent derer, die ſie uͤbten, fuͤr ſich nuͤtzlich zu machen, ſtellte jeden Dichter, der ſich durch ſeine Werke ausgezeichnet hatte, hoͤchſt vortheilhaft an. Selbſt die Senatorwuͤrde uͤbertrug er