Aber von allen außerordentlichen Erfindungen, ins Werk geſetzt, um die Barbarei herbeizufuͤhren, und eine Mode gleichſam, iſt die Idee, die Malerkunſt in Frank⸗ reich durch die engliſche Schule zu veredeln, gewiß die allerſpaßhafteſte. Man kommt jetzt wieder davon zuruͤck; denn vor drei Jahren haͤtte man nicht gewagt, das auszuſprechen, was wir niederſchreiben, aus Furcht, ge⸗ ſteinigt zu werden. Wie dem auch ſei, ſo giebt es ſelbſt Leute von Geiſt und Talent, welche einmal in ihrem Leben geglaubt haben, daß Reynolds, Hogarth, Wilſon, Lawrence und M. Wilkie beſſere Fuͤhrer waͤren, als Michel Angelo, Rafael, Tizian, Dominichino, Pouſſin, Claude Lorrain, Le Sueur und Alle, welche mehr oder minder gluͤcklich in die Fußtapfen dieſer großen Maͤn⸗ ner getreten ſind.
Aber dieſem erſten Verſuch der Barbarei iſt natuͤr⸗ lich ein zweiter gefolgt. Die engliſch⸗franzoͤſiſche Schule hat entſchieden, daß die Werke des Alterthums, wenn auch merkwuͤrdig und gut an ſich, doch fuͤr das Stu⸗ dium keine Huͤlfsmittel ſein koͤnnten, und um conſequent zu bleiben, hat man Italien fuͤr ein abgenutztes ein⸗ foͤrmiges Land erklaͤrt. Nach dieſen Grundſaͤtzen ſind die Kuͤnſtler aus geweſen, die Galerien, Routs und Rebel von London zu bewundern, ſtatt ihr Talent unter dem reinen Himmel, in den ſchweigenden Mauern Rom's zur Reife zu bilden. Auch ſind die Ateliers der Pa⸗ riſer Maler, wo man erwartet, die Waͤnde mit den


