Teil eines Werkes 
5. Band (1832)
Entstehung
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ſicht wuͤrde ſehr laͤcherlich ſein, wenn es nicht ein Schritt zu der bedachtſam verhoͤhnenden Barbarei waͤre, die uns bedroht und die wir bekaͤmpfen.

Dieſe Verachtung alter Werke, verbunden mit der kaͤrglichen Ausſtattung aller Anſtalten, die nicht fuͤr nuͤtzlich befunden werden, ſchadet ſonderbarer Weiſe Nauch der Tonkunſt. Die Schule des Herrn Choron, der einzige Ort in Europa, wo man noch alte Meiſter⸗ werke auffuͤhren hoͤrte, welche der Gebrauch und vor⸗ zuͤglich der menſchliche Leichtſinn in Vergeſſenheit kom⸗ men laͤßt, die Schule des Herrn Choron iſt geſchloſſen, ſeit man dem geſchickten Profeſſor die ſchwachen Huͤlfs⸗ mittel entzogen hat, mit denen er ſeine koſtſpielige An⸗ ſtalt erhielt. Aber man ſang dort nichts als alte Muſik, Kirchenmuſtk! Wozu iſt das? Das hat keinen Nutzen! ſagte man. Denn in jetzigen Zeitlaͤufen, was man nicht eſſen kann, was ſich nicht meſſen, wiegen riechen und verkaufen laͤßt, das wird nicht fuͤr nuͤtzlich erachtet.

Indem man gewiſſe Huͤlfsgelder fuͤr das Theater ſtreicht oder ſelbſt nur vermindert, wird man vielleicht auf immer die Kenner um mehrere Meiſterwerke dra⸗ matiſcher Muſik bringen, deren Gang und Stil zwar, etwas veraltet, ihnen keinen allgemeinen Erfolg ſichern, die zu kennen und zu ſtudiren aber doch gut iſt; werden wir noch den Orpheus, die beiden Iphigenien und Glucks Alceſte hoͤren? Das iſt ſehr die Frage;