Teil eines Werkes 
5. Band (1832)
Entstehung
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Haͤßliche dem Schoͤnen vorzieht, dann iſt ſie ekelhaft und ſcheußlich. Ein junger verliebter Menſch, durch ſeine Leidenſchaft verblendet, mag ein Verbrechen bege⸗

hen: ſo kann man ihn noch beklagen; aber ein Greis,

der ſeine Ausſchweifungen kaltbluͤtig berechnet, iſt die Schande des Menſchengeſchlechts! Es iſt eine Barbarei der Sitten, das Schlechte und Haͤßliche mit wahrer Luſt in die Gebilde der Phantaſie einzufuͤhren; das heißt die Barbarei in das Gebiet der Kuͤnſte und Wiſ⸗ ſenſchaften ziehen. Und das geſchieht jetzt in Frank⸗ reich. Wo liegt die Quelle dieſes Rebels? Man muß es

offen ſagen: zuerſt in der Eitelkeit, dann im perſoͤnlichen

Intereſſe und in der Habſucht, die gewoͤhnlich unter

dem falſchen Namen der Liebe zum Nuͤtzlichen ver⸗

huͤllt iſt.

Nach den ſehr weſentlichen Beſchraͤnkungen, die man jetzt mit dem Begriffe nuͤtzlich vornimmt, iſt z. B. jedes Denkmal der Baukunſt, das nicht durch Ver⸗ pachtung oder Gebrauch die Intereſſen des Geldes, was es gekoſtet hat, wieder einbringt, fuͤr unnuͤtz erklaͤrt, ſo daß man, außer Theatern, Boͤrſen, Niederlagen und einigen Gebaͤuden dieſer Art, worauf die Regierung oder Particuliers eintraͤgliche Spekulationen machen koͤnnen, Dank der ſtets wachſenden Vollkommenheit der Budgets und der Wuth auf das Nuͤtzliche, kein reli⸗ gibſes Monument, keinen Gedaͤchtniß⸗ oder Triumph⸗ ſtein mehr errichten wird.

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