Teil eines Werkes 
5. Band (1832)
Entstehung
Einzelbild herunterladen

28,

Der alte Graf ward nicht muͤde. Die Erinnerun⸗

gen an Ham machten ihm Vergnuͤgen und er war

nachſichtig und unerſchoͤpflich in Bezug auf ſie. Einen Punkt gab es jedoch, wegen deſſen man keine Frage an ihn zu richten wagte. Hundertmal hatte er die Erzaͤhlung der Thaten ſeines ungluͤcklichen Großvaters angefangen, und jedesmal, wo er es unternommen, hatten ſeine Thraͤnen ihn an der Beendigung gehindert. Man fuͤrchtete fuͤr ihn eine ſo ſchmerzliche Erregung, daß ſein Alter ſie nicht mehr ertragen koͤnne. Eines Tages aber, als der juͤngſte ſeiner Enkel unſchuldiger⸗ weiſe ein paar Worte in Bezug darauf geſagt hatte, entgegnete er: Die Geſchichte Eures Ahnherrn? Ach! ich denke daran; ich kann ſie Euch erzchlen..... wozu bedarf es ſo vieler Worte? Sie iſt niedergeſchrie⸗ ben, mein Sohn, dieſe Geſchichte. Ich habe es gethan, ich habe ſie niedergeſchrieben. Sie ſteht auf dem Steine, der die Ueberbleibſel dieſes ſo thoͤrichterweiſe verwuͤnſch⸗ ten und verfolgten Mannes enthaͤlt. Dahin muͤßt Ihr gehen, liebe Kinder, zu jenem alten und beſcheidenen Steine. Das ſind fromme Pilgerfahrten, die fuͤr Kin⸗ der ſich ziemen und ihnen Gluͤck bringen. Knieet nie⸗ der und ſammelt Euch, wenn Ihr dort ſeid. Thut das, was ich ſo oft that; reißt das Moos heraus, das den Stein deckt, und wenn gotteslaͤſterliche Haͤnde nicht die Verſtuͤmmelungen wiederholt haben, von denen ich ſonſt nur allzuviele Beiſpiele ſah, ſo werdet