29
Erſter. 1 Auch fuͤhren wir ſie auf— wir ſind dazu erboͤtig— Von Zeit zu Zeit,— allein wahrhaftig, Monſeigneur⸗ Es will das Publikum die Alten gar nicht mehr, Und fruchtlos iſt die Muͤh, es durch ſie feſtzuhalten.
. Miniſter.
Will nicht mehr, ſagen Sie? das Publikum, die Alten? Was? Voltaire und Racine und Corneille und Molière, Die Hochbewunderten, die Frankreichs Stolz bisher, Verkannt, verachtet jetzt? ſie floͤßen Widerwillen Und Langeweile ein, wenn ſie die Buͤhne fuͤllen?— O wenn dies wirklich wahr, ſo faͤllt auf Sie die Schmach! Den Meiſterwerken geht das Publikum nicht nach?! Es will ſie gar nicht mehr?! Ein einzig Wort dagegen Spielt ſie nur gut, ſo wird das Publikum ſie moͤgen. Allein ſo lang' die Herr'n und Damen Die und Die Uns die Unſterblichen entweihn zur Traveſtie, So lange manch Subiekt, dem Schwung und Feuer
n fehlt/ 2 Verſtuͤmmelt jeden Vers, wie der Souffleur ſich quaͤlt; So lang' die Regiſſeurs all' ihren Eifer wenden Der neuen Schule zu, ihr nur die Kraͤfte ſpenden, Fuͤr dieſe Gattung nur den waͤrmſten Antheil fuͤhlen, Und laſſen Molière dem, der ihn will eben ſpielen:— Ja, meine Herrn, da iſt es leichtlich einzuſehn, Daß Euch das Publikum die Alten wird verſchmaͤhn.


