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ihn aus der Stadt getrieben und ein gut Theil ſeiner Diener getoͤdtet hatten.“
Aber der Ruhm der alten Veſte iſt dahin. Nur der Glanz großer Ungluͤcksfaͤlle iſt ihr noch geblieben. Wie viele herabgeſtuͤrzte Menſchen ſind hier voruͤbergangen, geſtern allmaͤchtig, heut verbannt und gefangen! Ven⸗ dome, Ornano, Gonzaga, Johann von Wert, Johann Caſimir, Puylaurens, Beaufort, Chavigny, Retz, Lon⸗ gueville, Conti, Fouquet, der Letzte der Stuarts, der große Condé!.... und noch ein anderer Condé, fuͤr den der Tag der Befreiung nie angebrochen iſt! Wie haben ſich dieſe edlen Wohnungen veraͤndert! Was habt ihr aus dem Sitze der Koͤnige, Mazarin's, Richelieu's, Napoleon's gemacht?
Zwei Freunde— denn es ſind mir deren noch geblie⸗ ben— hatten mich fruͤh beſucht. Es war das erſtemal. Ihre Ausdauer hatte endlich alle Hinderniſſe beſiegt. Sie hatten die enge Zugbruͤcke der Veſte uͤberſchritten, waren nicht ohne Ermuͤdung die 180 ſchmalen und ſtei⸗ len Stufen der hohen Wendeltreppe heraufgeſtiegen.
Es waren Ludwig von V*** und Julius von Rrrr. Jener ein geſetzterer, aͤlterer, ernſterer Mann, uͤberlegen⸗ den Geiſtes, der den Streit nicht haßt, eine gerade, ge⸗ ſunde Seele, die es nicht ungern hat, wenn einige naͤ⸗ here Betrachtung ſeine erſten Eindruͤcke erklaͤrt und be⸗ richtigt, ein Mann, wie man deren nicht mehr findet, der in der That beſſer iſt, als er ſelbſt ſein will, und


