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Nincennegs.
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Jch hatte mich unterbrochen. Nur zu lange hatte ich geleſen: meine Augen waren muͤde geworden und die Augenlider ſanken herab. Mein halb zugemachtes Buch entſchluͤpfte unbemerkt meiner Hand. Aufmerkſam ver⸗ folgte ich truͤbe Gedanken von Herabwuͤrdigung, Armuth und Tod. Ich war vom Studium zum Nachdenken, vom Nachdenken zum Traͤumen uͤbergegangen.
Es war eine kalte Decembernacht. Dichtes Schnee⸗ geſtoͤber ſtuͤrmte in die weiten Hoͤfe, auf die hohen Waͤlle, in die Tiefe der Graͤben herab, die nicht fuͤr das Verbrechen ausgeworfen worden waren, auf das winkelige Dach der Kapelle, wo das Grab des Herzogs von Enghien iſt, und warf im Voruͤbergehen eine weiße und reine Kante auf die Auszackungen des lieblichen Portals von Franz I. Der Wind pfiff ſcharf durch die ſchlecht verwahrten Schießloͤcher meines Thurmes. Die
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