Teil eines Werkes 
2. Band (1832)
Entstehung
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muß, wäre das Aufopfern deſſelben doch allzu ſchmerzlich, als daß man es vernünftiger Weiſe fordern könnte. Wenn der Bogen einmal geſpannt iſt, muß der Pfeil davonflie⸗ gen, wenn auch der Nachbar darunter leiden ſollte; da aber der Pfeil nicht in Gift getaucht worden, wird die Wunde bald wieder heilen. Nur die Erinnerung daran wird bleiben, und das ſoll ſie auch. Somit erſtreckte ſich die Wachſamkeit mehr auf Thaten als auf Worte. Minder zahlreich, als man es immer annimmt, fanden ſich dieſelben Gelehrten im Café Procope, jetzt Zoppi, nach dem Namen ſeines letzten Eigenthümers, und in dem der Regentſchaft, das ſeinen Namen noch beibehalten hat, zuſammen. Da hatte ihre lebhaftere und lärmendere Fröh⸗

lichkeit doch minder Bitteres, weil ſie unvorbereitet war.

Man war dem nicht ausgeſetzt, ſich zu verwunden, indem man ſich liebkoſete; aber man ſchonte ſich, ob man gleich weit mehr Wohlwollen gegen einander beſaß, dennoch we⸗ niger. Der, welcher ſich von dem Streiche, dem er nicht hatte ausweichen können, getroffen fühlte, war der Erſte, der die Geſchicklichkeit des Angreifers, in der Hoffnung, das nächſte Mal ſeine Revange dafür zu nehmen, be⸗ klatſchte. Für dieſe ſpürte er aber nun den günſtigſten Augenblick aus, und ergriff ihn. Ein Waffengeklirr, ein Sprühfeuer ſetzte den Zuſchauer in Staunen und Ver⸗ wunderung. Dieſe Spiele, eine maleriſche Geiſteserholung, verlängerten ſich bis ins Theater, wo man nicht ſelten die Veteranen des franzöſiſchen Parnaſſes, gruppenweiſe, bald