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Harpeggien zuſammenkettet, und auf der Doppelſaite mit bewundernswürdigem Enthuſiasmus eine ſtürmiſche Fuge trillert.
Da dieſer Enthuſtasmus, dieſe Liebe zur Kunſt, dieſe verzehrende Gluth ſich mit dem Alter legt, ſo denkt der Virtuoſe dann manchmal an ſein Vermögen, und theilt, aufrichtig geſtanden, ſeine Liebe zwiſchen der Muſik und dem Gelde, das ſie ihm einbringt. Ich ſage es aber noch einmal, es iſt ein Künſtler; verzeiht ihm alſo dieſen Fehler auch. Dieſer Künſiler, in ſeiner Jugend ein luſtiger Kum⸗ pan, der ſich um nicht das Geringſte in der Welt beküm⸗ merte, iſt Vater geworden, hat Töchter auszuſtatten, und Ihr wißt, daß eine ſolche Oper ſelbſt ſeit Quinault ſchwer zu komponiren iſt. Und wären dieſe Töchter ſchön wie Herzblätter, wie Amouretten, oder Eier!— dieſer letzte Ausdruck gehört meiner vaterländiſchen Provinz an—, beſäßen ſie die ausgezeichnetſten Talente, das trefflichſte Ge⸗ müth, man muß doch bei alle dem noch eine Summe anzubieten haben, die ungefähr der von zehn erfolgreichen Opern gleichkommt, um Liebhaber zu finden, die ſo gütig ſind, ſelbige für dieſen Preis anzunehmen. Trägt der Künſt⸗ ler dieſen doppelten Sieg davon, ſo hat die Muſik zum zweiten Male ſein Glück gemacht.
Caſtil⸗Blaze.


