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genöthigt geſehen hat, ihnen den Titel der Schauſpielerin⸗ nen ohne Tadel beizulegen. Dieſe Virtuoſinnen haben nicht mindern Muth gezeigt als der Ritter Bayard. Warum bekommen denn die Nonnen keine Kinder? fragte eine meiner Kouſinen die Superiorin ihres Kloſters mit Engels⸗Naivetät. Schweſter Magloire trat bei alle dem in ihr ſechszigſtes Jahr, hatte aber ſeit zwei und funf⸗ zig Itthren nicht aufgehört, ihre Pflichten innerhalb der Kloſtermauern zu erfüllen. Ihre weit minder bejahrte Aeb⸗ tiſſin beſaß mehr Erfahrung, und antwortete ihr auf der Stelle:„weil die Vorſehung bedacht hat, daß eine Schaar von ſolchen kleinen Murmelthieren, die in einem Kloſter herumtobten, unſere heiligen Beſchäftigungen ſtören und den Frieden einer dem Gebete geweihten Zurückgezogenheit unterbrechen würden; deshalb ſchickt ſie uns keine zu.“ Die dramatiſchen Sängerinnen und Militairs ſind Mön⸗ che von einer andern Art: ihre Profeſſion iſt mit der Verheirathung unverträglich. Der ſo furchtban gewordene Orden der Tempelherren verdankt den größten Theil ſeiner Macht dem eheloſen Stande dieſer mönchiſchen Soldaten. In der That richtet auch die Schwangerſchaft einer belieb⸗ ten Künſtlerin ein Theater zu Grunde. Sie wird entbun⸗ den, und ihr si und ihr la ſind dabei verſchwunden, ja ſelbſt das sol wird ſich im nächſten Jahre empfehlen, wenn die Prima donna fortfährt, au der Vermehrung ihrer Familie zu arbeiten. Sie verheirathe ſich mit einem Financier, einem Materialiſten, einem Edelmann, und die erſte Bedingung


