Teil eines Werkes 
2. Band (1832)
Entstehung
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rinnen zu Gefallen, die ſich vor ihr fürchten, auf der Bühne ſelbſt Poſſen ſpielen, indem ſie ihr falſche Stich⸗ worte bringen, abſichtlich eine Repriſe überhüpfen, ein B⸗ Quadrat oder B⸗Moll auf den letzten Noten ihres Solo an⸗ bringen, wodurch nothwendig der Debütantin der Ton nicht richtig angegeben und ſie dadurch in einen Abgrund geſtürzt wird, aus dem ſie, ohne vom Pfeifengetös aufge⸗ ſtachelt worden zu ſein, nicht wieder heraus kann. Ge⸗ lang nun aber auch das erſte Auftreten, ſo muß man ſich wieder darin ſicher zu ſtellen ſuchen, daß die weſentlichen Sänger nicht etwa Tags darauf krank werden, um den glücklichen Fortgang des Neulings auf einmal wieder zu hemmen. Dieſes erſte Gelingen muß man ferner trium⸗ phirend auspoſaunen und die Nebenbuhlerinnen, welche man verdunkelt zu haben glaubt, aus dem Felde ſchlagen. Nun kommen alſo die Journaliſten daran. An die Schriftſteller kommt die Reihe erſt dann, wenn die Debütantin, die man nun ſchon allzu oft in den alten Opern geſehen hat, das Siegel auf ihren Ruf dadurch drücken will, daß für ſie eine neue wichtige Rolle in einem neuen Werke geſchaffen wird. Eine hübſche Frau ſiegt leicht über alle dieſe Oppo⸗ ſitionen, ſie bringt ihr Schifflein in den Hafen, wenn ſie es mitten durch dieſe Klippen zu ſteuern weiß und zur rechten Zeit einige kleine Bewilligungen zu machen verſteht. Dann bleibt ihrem Liebhaber oder Manne nichts weiter übrig, als den Klatſchern einige Goldſtücke hinzuwerfen. Ich habe mehr als eine unſchuldige Taube aus den Klauen